Briefmarken-Ratgeber
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Frage:
17.10.2012
Guten Tag Herr Köpfer,
der Eintrag im Club muss noch warten, da das \"Ausmisten\" erst eine grobe Übersicht erbringen muss, welche sammelwürdigen Marken überwiegen und welche
Spezialisierung sich daraus ergeben könnte. Grundsätzlich wird die Sammlung Berlin gestempelt angestrebt. In diesem Sinne bin ich also wieder ein Anfänger.

Zur Frage: Ich habe noch immer nicht verstanden, warum der Rollenanfang gegenüber den anderen Rollennummern bevorzugt wird. Bei größeren Rollen gibt es eine vierstellige Nummer. Durchgehend, oder? Beim RE gibt es die Leerfelder. Das macht Sinn.

Zur Rubrik Fragen und Antworten: Es wird bei zu erwartender zunehmender Beteiligung unübersichtlich. Gelingt es technisch, für den Club eine entsprechende Vorsortierung zu schaffen?
Freundliche Grüße
Frank
Antwort:
Hallo Frank,

ich versuche immer dann, wenn neue detaillierte Fragen gestellt werden, diese (auch) im „Briefmarken-Handbuch“ zu beantworten. Bezüglich der Rollenmarken habe ich dort unter diesem Begriff, aber auch unter „Rollenanfänge“ und „Rollenenden“ Abhandlungen eingestellt, die manche Frage beantworten.

Ich denke, daß diese Art der Fragenbehandlung eine gewisse „Ordnung“ oder „Sortierung“ bringt. Ansonsten muß ich händel- und finanzierbare Lösungen gegenüber aufwändigen „Ideallösungen“ vorziehen – Zeit und Geld ist (auch bei mir) endlich.

Sie fragen, warum Rollenanfänge bevorzugt gesammelt werden. Das liegt einmal an deren exponierter Lage – und der Entscheidung der überwiegenden Sammler („wir sind das Volk!“), wenn möglich genau diese Rollenanfänge (und natürlich die Rollenenden) zu sammeln. Das schmälert zwar die Bedeutung der „übrigen“ Nummern, sammelnswert bleiben Sie trotzdem – zumal man kaum eine Chance hat ältere Rollenanfänge oder –enden in nennenswertem Umfang zu finden.

Da es zwischenzeitlich keine Leerfelder mehr an den Rollenenden gibt, hat der Michel Rollenmarken Spezial-Katalog, den sollte der, der sich für dieses wunderbare Sammelgebiet interessiert, absolut besitzen, auch seine Katalogisierung geändert. Dort wird nun nach ein-, zwei, drei, vier- oder fünfstelliger Nummer bewertet. Hier wird z.B. klar sichtbar, daß es nur eine einzige einstellige Nummer je Rolle gibt – und nur ein Rollenende.
Frage:
15.10.2012
Hallo Herr Köpfer, nun versuche ich also, Sie auf Ihrem Weg zu begleiten. Zunächst steht das Ausmisten an. Es graust mich ein wenig und es wird wohl ein Weilchen dauern. Haben Sie noch einen Tip für die Listung der übrig bleibenden Briefmarken? Benutzen Sie eine Datenbank? Und machen Sie Ausnahmen für Produkte von örtlichen Vereinen (Ausstellungen, Schmuckbriefe, Sonderstempel) oder ist alles Schrott, nicht sammelwürdig? Ich weiß, wir sollen anfangen, selbst zu denken, aber mich interessiert halt Ihr Sammelverhalten. Einige der schönen Objekte habe ich hier ja gesehen. Hatten Sie eine Beziehung zu Spandau? Freundliche Grüße Frank

Antwort:
Guten Tag Herr Klemann,

es freut mich Sie in unserem Q1-Club begrüßen zu dürfen.

Bevor ich auf Ihre Fragen eingehe, wollte ich Sie noch bitten, sich auch unter dem Button "Sammler" einzutragen. Dort geht es darum sich mit seinem Sammelgebiet / Spezialisierung, auch Mehrfacheinträge sind möglich, anderen Sammlern für mögliche Kontakt, Sie bestimmen, ob Sie das im Einzelfall wollen, anzubieten. Über "Sammlungen" könnten Sie Ihre Art des Sammelns, Ihre Sammlung beschreiben, wie Sie dazu gekommen sind und mit welchen Schwierigkeiten Sie zu kämpfen haben und hatten und einen regelrechten "Werbefeldzug" dafür starten.

Selbst zu denken ist eine Notwendigkeit, was aber auf keinen Fall ausschließt, mit anderen in Kontakt zu treten und eigene oder fremde Gedanken zu vermitteln oder zu nutzen. Ich denke eine Sammlerlobby kann nur so entstehen, daß wir untereinander kontant sind. Mit anderen Worten, fragen Sie, am besten über "Fragen + Antworten" und es wäre toll, wenn sich auch der eine oder andere Sammler befähigt fühlte, Antworten zu geben.

Ich habe meine Briefmarken eine zeitlang über das Programm "Michel soft" erfaßt bzw. zu verwalten versucht. Das ist im Prinzip zu empfehlen, weil es sehr flexibel ist. Das heißt, man kann die unterschiedlichsten Varianten einer Marke kurz beschreiben und erfassen. Aufgegeben habe ich das dann, weil mich die Verlogenheit ärgerte, mit der Michel einmal hinter vorgehaltener Hand sagt, die Katalogpreise seien nicht der Wert der Briefmarken und gleichzeitig auf die Hinterlegung genau dieser Preise bei diesem Programm überhaupt nicht eingeht und so meiner Meinung nach Sammler bewußt täuscht.

Wenn Sie mit “übrig bleibenden Briefmarken“ die meinen, die nicht sammelwürdig sind, also nicht prüfbare Stempel, beschädigte Marken oder das übliche Machwerk, das ist bei mir in den Papierkorb gewandert. Damit möchte ich mich nicht mehr rumärgern und Zeit verplempern.

Was die Sammelwürdigkeit angeht, beachte ich klare, selbstgestaltete Vorgaben. Das heißt, ich lasse die Finger von allem „Künstlichen“ und konzentriere mich ausschließlich auf beste Qualität, also auf Q1, das wirklich Gute. Trotzdem bildet die an sich wertlose Massenware postfrischer Briefmarken das (zugegeben schwache) Gerüst meiner postfrischen Sammlung. Und auch bei den gestempelten Marken sind einfache les- und prüfbare Stempel das sammelwürdige Rückgrat – allerdings mit der Maßgabe, sie auszutauschen, wenn ich bessere, gar zentrisch gestempelte bekomme.

Aber, es bleibt jedem Sammler unbenommen, seine Sammlung mit Besonderheiten aller Art aufzulockern. Ich tue das beispielsweise auch gerne mit repräsentativen Briefen.

Wenn man das Wesentliche nicht aus den Augen verliert, kann man nichts falsch machen.
Frage:
14.10.2012
Hallo Herr Köpfer,

nach längerer Zeit melde ich mich mal wieder bei Ihnen. Sicher haben Sie bemerkt, daß ich mich noch nicht im Q1 Club angemeldet habe. Das hatte einerseits damit zu tun, daß ich sehr viel Arbeit (gottseidank!) hatte, andererseits aber auch, daß ich manche Ihrer "Spielregeln" sehr rigoros finde und mir nicht sicher war und bin, ob ich diese so mittragen möchte.

Deswegen vorweg meine Frage:
Gelten diese Spielregeln nur für die Mitglieder des Q1 Clubs und deren Handeln untereinander, einfach um sich doch "elitär" abzugrenzen von den restlichen Sammlern? Oder auch z.B. für Kaufen, Verkaufen, Handeln bei ebay oder sonstwo in der philatelistischen Öffentlichkeit?

-Ich sehe nämlich (außerhalb des Q1 Clubs) nichts Falsches dabei, Marken mit Falz, kleinen Mängeln, höher geprüfte usw. bei ebay anzubieten (natürlich entsprechend beschrieben). Solche möchte man in seiner eigenen Sammlung zwar nicht haben, mancher Sammler aber könnte sich mit diesen Marken billig eine Sammlungslücke schließen, die sonst vielleicht nie geschlossen würde.
-Warum sollte eine Berlin-Marke der frühen 50er mit einem Zahnmangel ein absolutes KO-Kriterium sein? Für manchen Sammler gibt es vielleicht gar keine andere Möglichkeit, jemals an diese Marke heranzukommen und diese Lücke zu schließen. Ich habe selber auch ein paar (entsprechend gekennzeichnete) NICHT-Q1-Marken in meiner Sammlung, die ich bei sich bietender Gelegenheit gegen eine besseres Exemplar austauschen werde. Die daraus resultierenden Dubletten werfe ich natürlich nicht weg, sondern verkaufe sie bei ebay, wo sich jeder ein Bild von der Qualität machen kann und entsprechend bieten oder eben nicht.
-Eine höher geprüfte Marke ist ja nicht wertlos, schließlich ist sie "echt" geprüft, hat aber eben irgendeinen Mangel und ist daher günstiger zu bekommen.
-Ich glaube auch nicht, daß es viele Sammler gibt, die ihre Marken über 25,- Euro Katalogwert nur geprüft besitzen (ich auch nicht) - ist auch glaube ich völlig unrealistisch.

Das sind so einige meiner Gedanken. Vielleicht haben Sie ja darauf ein paar passende Antworten, und vielleicht werden sich die Spielregeln im Laufe der Zeit in der Diskussion der beteiligten Sammler untereinander noch ändern...

Übrigens haben Herr Brisch und Sie was Interessantes zu den Andreaskreuzen (Stichwort: ebay antiquariatapel) geschrieben. Dazu würde ich demnächst auch einen Kommentar beisteuern wollen.

Für heute einen schönen Abend.

Beste Grüße

Ingo Luis

Antwort:
Guten Morgen Herr Luis,

es freut mich, wieder von Ihnen zu hören und ich kann mir vorstellen, daß Sie an diesem, zumindest bei uns, ziemlich trüben Sonntagvormittag genußvoll über Ihren Briefmarken sitzen.

Ich habe bei den verschiedensten Gelegenheiten immer wieder gesagt, und daran kann und wird sich nichts ändern, daß jeder Sammler, nicht nur der von Briefmarken, in all seinen Entscheidungen frei und unabhängig ist - und bleibt. Wir haben schon genug damit zu kämpfen, was uns via Philatelieentwicklung so aufs Auge gedrückt wurde. Die Folgen und mögliche Gegenmaßnahmen habe ich mehr als eingehend beschrieben.

Mit der Entwicklung meiner Internetseiten kam dann auch die Überlegung, den Sammlern der Q1-Qualität eine Plattform zu schaffen, auf der man in der weiteren Entwicklung ein komplettes „Internet(vereins)leben“ führen kann. Was nützt Ihnen oder auch mir denn diese heutige Verbandsstruktur? Wozu taugt sie? Die ist doch nur ein Ärgernis.

Q1-Club ist nun im Netz. Zuvor überlegten wir, wie man ihn (im positiven Sinne) „kontrollieren“ und sauber halten könne. Das Ergebnis war, nicht um dies kommerziell zu nutzen, daß gewisse Bedingungen erfüllt werden mußten. Einmal müssen Mitglieder gewisse Daten bekannt geben, um nicht anonym tätig werden zu können. Weiterhin sollten diese Mitglieder Q1-Sammler sein, diese Art des Briefmarkensammelns auch für sich selbst anerkennen, den beschwerlichen Weg aus der früheren, erfolglosen Art des Sammelns, zu Q1 konsequent verfolgen.

Der letzte und gleichzeitig aber wohl wichtigste Punkt sollte der sein, daß jeder, der
will, herzlich willkommen ist und von den anderen Mitgliedern unterstützt wird.

Wenn Sie also annehmen, daß die „Aufnahmebedingungen“ nur für den Q1-Club
gelten, liegen Sie absolut richtig. Auch ich habe immer noch mit einem großen Schrottberg zu kämpfen – und in dessen Abwicklung lasse auch ich mir nicht
reinreden.

Nein, der Q1-Club soll auf keinen Fall eine elitäre Einrichtung sein oder werden, im Gegenteil, er soll allen offenstehen, die Briefmarkensammeln nicht als Geldvernichtung akzeptieren. Er sollte auch und besonders den jungen Sammlern Basis und Begleiter für ein erfolgreiches Sammlerleben sein.

Wie kann man nun, ohne daß es gleich wieder elitär klingt, diese neue (alte) Klasse bezeichnen? Sie ist sicher 1. Liga, in erster Linie aber „Sammelbecken“ für alle ernsthaften Briefmarkensammler – und somit nicht elitär.

Was die Entwicklung des Q1-Club anbetrifft wollen wir noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten hinzufügen. So denken wir an einen Stammtisch, an dem diskutiert werden kann, an eine Tauschbörse und einiges andere. Zwei Gründe für Verzögerungen sind die, daß das alles sehr aufwändig ist – und in Folge auch teuer.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und grüße sie herzlich

Günther Köpfer
Frage:
09.10.2012
Herr Brisch hat sich netterweise mit meinen Gedanken beschäftigt. Ich will ergänzen und zur Diskussion stellen: Angebote bei ebay von dem Mitglied antiquariatapel:
KBWZ Berlin MiNr. 514, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Berlin MiNr. 515, 5 x Andreaskreuz,
KBWZ Berlin MiNr. 522, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Berlin MiNr. 522, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Bund MiNr. 867, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Bund MiNr. 868, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Bund MiNr. 869, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi

usw. usw.

Wenn Andreaskreuze in dieser Menge angeboten werden können, obwohl ja nicht von der Post verkauft (höchstwahrscheinlich gestohlen), wird der Sammler also auch bei den Bogenrändern gesteuert und belogen und zahlt horrende Preise, weil er glaubt, Werte anzuhäufen. Und auch hier wird die Blase platzen. Ich denke, Ihr Ratgeber und Ihre Literaturempfehlungen tragen ihren Anteil. Plötzlich sind auch die Formnummern haufenweise bei ebay im Angebot. Wer manipuliert wen? Schade. Und ich stimme Herrn Brisch auch zu, wenn er meint, wir werden nicht alle Spezialsammler, wer jetzt kauft spekuliert eben etwas anders als vorher. Wie sonst erklären sich die o.a. Verkaufserlöse für wertlosen Abfall?
Antwort:
Ich habe an anderer Stelle geschrieben, Freiheit sei auch immer die Freiheit der anderen. Insofern muß man einfach akzeptieren, daß gesammelt wird, was gesammelt wird.

Meine Philosophie ist, das nicht zu sammeln, was speziell für uns Sammler hergestellt, sprich manipuliert wurde bzw. wird.

Die korrigierten Bogenwertzähler entstanden, weil Sammler sich von der Versandstelle für Sammlermarken in Frankfurt zentrisch gestempelte Briefmarken gefälligkeitsentwerten ließen, was Bogenweise geschah. Die Stempel waren oft größer als die zu stempelnden Briefmarken, waren also in Fragmenten auch auf den Nachbarmarken zu sehen. Diese Marken wurden mit einem sogenannten Andreaskreuz entwertet und waren somit nicht mehr verkäuflich – und Abfall. Auf dem rechten oberen bzw. linken oberen Eckrand wurde der neue Wert des Bogens, der KBWZ, aufgedruckt.

Solche Produkte gehören für mich in die gleiche Schublade wie alle anderen Kunstprodukte bzw. Manipulationen und sind nicht sammelnswert.

Sie haben recht, wenn Sie vermuten, daß die Andreaskreuze nicht auf legalem Weg zu den Anbietern gelangten – wie übrigens so viele andere auf dem Markt auftauchende Druckausfälle und Manipulationen auch. Da werden Papierkörbe gefleddert und der Abfall den Sammlern für extrem hohe Summen angedreht.

Hier muß man dem Michel übrigens ein großes Kompliment machen, daß er solche Krücken nirgends berücksichtigt.

Was die übrigen Randzudrucke anbelangt, sehe ich kaum Spielraum für Manipulationen. Wenn jetzt vermehrt FN angeboten werden, übrigens auch Dz, dann liegt das daran, daß die stark erhöhte Nachfrage bei den Anbietern angekommen ist.

Ich möchte hierfür ein anderes Beispiel anführen. Ich habe mich auf Berlin, zeitgerecht und zentrisch von kleinen Postämtern gestempelt, spezialisiert. Als ich vor vielen Jahren damit anfing, gab es immer wieder Angebote, die ich zu äußerst günstigen Preisen erwerben konnte. Die Nachfrage nahm zu, die Preise auch. In diesem Sog kam es kurzzeitig zu einem größeren Angebot – und verebbte dann fast total. Heute durchsuche ich bei eBay teilweise bis zu 4.000 oder 5.000 Positionen, ohne irgend etwas zu finden.

Bei den FN, die vor 3 oder 4 Jahren noch kaum verkäuflich waren, und Dz sehe ich nun den gleichen Effekt: Besitzer von solchen Objekten sehen die Möglichkeit, ihre FN zu einem guten Preis zu verkaufen – und immer mehr Bieter „streiten“ sich um gute Objekte. Die Massenware schält sich heraus, die Bonbons werden verschwinden.

Für mich hat das nichts mit Spekulation zu tun, das ist sammeln mit Spaß und Erfolg – und was erwarten wir? Und diese Art zu sammeln kann keine Blase bilden, die irgendwann platzen könnte, weil das verfügbare Material endlich und nicht vermehrbar ist.
Frage:
04.10.2012
Ich habe kürzlich folgenden Biefmarkenbogen DR Infla gekauft: Bogen Mi. 187a AP A1 H. 5907.22 Pl.3

Wie kann ich mit dem Michel Spezial Katalog nun dessen KW berechnen ?

Danke für jede Hilfe zum Thema.

Beste Grüsse
Antwort:
Weder zu Infla noch zu dieser HAN kann ich Ihnen etwas sagen. Mein Sammelgebiet ist Berlin. Aber vielleicht kann Ihnen ein anderer Leser meiner Seiten helfen.

Was eine Wertbrechnung anbetrifft gibt es jedoch allgemeines zu beachten. Generell taugen Katalogpreise dazu überhaupt nicht, das sind Händlerpreise, die mit dem eigentlichen Wert einer Marke überhaupt nichts zu tun haben. Wenn Sie diesen Bogen bei eBay gekauft haben, ist jedoch die Wahrscheinlichkeit relativ groß, daß der gezahlte Preis seinem Wert sehr nahe kommt - es sei denn andere "Interessenten" haben etwas übersehen, das Sie nun entdecken.

Schauen Sie doch mal in mein "Briefmarken-Handbuch.de" und lesen dort die entsprechenden Stichworte - Sie werden staunen, wie wir Sammler manipuliert werden.
Frage:
05.09.2012
Wie kommen eigentlich Bewertungen/Preise
für Viererblöcke zustande? Im Michel gibts dafür ja keinen Anhaltspunkt. Oder irre ich mich?
Antwort:
Nein, Sie irren sich nicht, wenn man davon absieht, daß, wenn eine "Paarbewertung" im Katalog vorhanden ist, man den Viererblock doppelt bewertet. Wenn das richtig sein sollte, müßte jedoch auch die Paarbewertung richtig liegen - und das ist nun wirklich nicht der Fall. Sie können das gut an den völlig orientierungslos erscheinenden Festangeboten erkennen.

Die Bewertung von Einheiten ist eine subjektive und persönliche Sache - auch geprägt vom eigenen Geldbeutel. Interessenten bieten, z.B. bei eBay, was ihnen solch ein Objekt wert ist. Dabei kommt es teilweise zu verblüffenden Preisen, bei denen man eine erstaunliche Konstanz in der Aufwärtsbewegung erkennen kann.

Postfrisch und in Normalausführung ab 1955 meist unproblematisch, sind Eckränder und Ränder mit Randzudrucken stark nachgefragt. Einheiten mit zentrischen Stempeln würde man auch gerne stark nachfragen - da jedoch, aufgemerkt, fehlt das Angebot.

Generell ist wohl festzustellen, daß sich dieser "Markt" in einer Orientierungs-, einer Wertfindungsphase befindet. Der mitdenkende Briefmarkensammler vermutet hier zu Recht eine sehr positive Zukunft.
Frage:
30.08.2012
Hallo Herr Köpfer,
Sie geben in Ihrer Anwort zur Frage von Harald aus Salzburg die Definition des Bogenplatzes einer Marke aus dem Michel-Katalog wieder. Es gibt aber auch eine andere Definition, die den Oberrand eines Bogens so definiert, dass dort immer die Reihenwertzähler aufgedruckt sind. Das sollte auch erwähnt werden, da einige Spezialkataloge und Händler auf diese Definition Bezug nehmen. Also vor einer Bestellung immer nach sehen, auf welche dieser Ecken Bezug genommen wird.
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Ein so komplexes Hobby wie das Briefmarkensammeln kann nur verläßlich und glaubwürdig sein, wenn die Terminologie eindeutig ist, also Aussagen verbindlich sind und Verantwortung beinhaltet. Wenn ich nur an den (Miß)Gebrauch der Begriffe "rar", "tiefstgeprüft" und "zentrisch gestempelt" denke, steigt mein Blutdruck.

Ihr Einwurf ist, auf die Realität bezogen, natürlich mehr als berechtigt.

Ich meine (zumindest) Q1 sollte Begriffen klare, nicht auslegbare Realitäten gegenüberstellen.

Und so meine ich, daß der Inhalt eines Briefmarkenbogens und nicht Randzudrucke das entscheidende Kriterium für Bogenpositionen sein sollte.


Frage:
26.08.2012
Zuerst mal eine Gratulation zu ihrer hervorragenden Homepage, bin durch Zufall auf die Seite gestossen. Habe im heurigen Frühjahr nach 10 Jahren wieder meine Berlin Briefmarken durchgesehen und dann bei ebay fleissig die "teuren" Lücken geschlossen, aber erst beim Lesen ihrer Seite ist mir dann so richtig ein Licht über das Briefmarkensammeln aufgegangen.
Verdächtig kam mir diese Versandstellensammeln eh schon immer vor, aber richtig eingeweiht bin ich auch nicht geworden, ist halt wirklich ein Riesengeschäft .. !

Aber genug gejammert, es bleibt ja doch ein schönes Hobby. Da bin ich auch schon bei meiner Frage zu Berlin Eckrand bzw. Eckrandvierer: Hab gerade bei ebay Berlin 121-123 als ER Vierer gesehen. Mit Attest Andreas Schlegel. Beschrieben als links oben, da aber keine Zähler sondern nur Strichleisten zu sehen sind, kann es sich meiner Meinung nach nur um links unten handeln. Im Attest steht auch links oben!!

Ist es wirklich denkbar, daß auch der Prüfer dies nicht weiß und/oder darüber stolpert?? Oder bin ich mit meiner Eckenbetrachtung sowieso auf dem Holzweg, dann wäre ich Ihnen um eine Erklärung sehr dankbar.

Hier noch das Angebot: www.ebay.de/itm/320970221608?ssPageName=STRK:MEWAX:IT&_trksid=p3984.m1438.l2649
Vielen Dank, Harald aus Salzburg
Antwort:
Ich gratuliere Ihnen zum Entschluß, wieder Briefmarken zu sammeln - und mit Berlin haben Sie sich für ein spannendes Gebiet entschieden.

Was Ihre Frage anbetrifft, ist es schon richtig, daß es sich hier um den linken oberen Eckrand, also ER 1, handelt. Der Reihenwertzähler spielt nicht die entscheidende Rolle, was man sehr schön an den "Berliner Stadtbildern" verdeutlichen kann: die MiNr. 141 hat den Reihenwertzähler links, die MiNr. 149 rechts und die MiNr. 145 oben. Folglich ist die erste normal bildrichtige Marke die des linken oberen Eckrandes.

Übrigens: Wenn Sie als Sammler schon den Rand beobachten, sind Sie auf einem sehr guten Weg. Meine übrigen Seiten verraten gerade darüber noch sehr viel mehr.

Grüße nach Österreich

Günther Köpfer
Frage:
23.08.2012
Ben aus Berlin hat noch eine ergänzende Frage: Sie halten viel von Auktionen, wie Sie mir auch geantwortet haben. In anderen Bereich (bin selber wie erwähnt leidenschaftlicher Sammler) musste ich jedoch z.B. auch bei Ebay erleben, wie Gebote künstlich hochgeboten werden und das sogar über Wochen und Monate bis sicherlich hin zu Jahren usw. . Deswegen wollte ich wissen wie das im Briefmarkenbereich ist, inwiefern also Verlass darauf ist, dass die Angebote bei Ebay oder den großen Auktionhäusern wirklich nur durch das bieten interessierter Sammler zustande kommen und nicht durch \"Preistreibereien\" .

Antwort:
Prinzipiell ist Preistreiberei bei Briefmarkenauktionen sinnlos, denn Bieter werden (hoffentlich!!) immer nur das bieten, was ihnen ein Objekt wert ist, bzw. was sie auch zu zahlen gewillt sind. Und damit wäre man auch schon wieder beim "möglichst umfangreichen Wissen". Man sollte über ein solches Wissen ein Gefühl für die Wertigkeit dessen entwickeln, was man sammelt - mit dem kleinen Aufschlag der einen im einen oder anderen Fall zum Zuge kommen läßt.

Den einen oder anderen Flop, das gehört auch dazu, sollte man jedoch akzeptieren. Bei mit ist so eine kleine Spezialsammlung gefälschter Objekte (Falschstempel, Nachzähnungen etc.) in einem Preis(schaden)bereich enstanden, der Reaktionen als nicht sinnvoll erscheinen läßt.
Frage:
23.08.2012
Sie schrieben in der Antwort auf
die letzte Frage, dass Charlottenburg der inoffizielle
Vorgänger der Versandstellen war.
Galt dies auch schon im Deutschen Reich und sind Marken mit Charlottenburg Stempel aus
dieser Zeit deshalb so häufig?
Jedenfalls sehe ich diesen Ort
immer wieder auf Stempeln.
Antwort:
Charlottenburg war auch der Vorgänger von Berlin 11, also dem zentralen Postamt, zu dem z.B. alle Briefkasteninhalte zur Abstempelung wanderten. Hier liegt also die Erklärung für die Häufigkeit. Im Handbuch habe ich unter "Berliner Postämter" einen Link zu Wikipedia gesetzt, in dem viele Erklärungen zu diesem Thema gegeben werden.
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