Briefmarken-Ratgeber
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Guten Abend, liebe Briefmarkenfreunde !
Das NEUSTE aus    Fragen, Fundsachen, Sammeltipps und dem Handbuch.
Was gibt es NEUES in meinen Homepages ?              Geändert am: 13.07.2016
Schauen Sie ab und zu auch mal in die Rubrik "Fundsachen"?!




Ich nehme mal an, daß es Briefmarkensammler sind, die im Verlaufe ihres Sammlerlebens aufgrund ihrer eigenen, ......  

... eigenen, sagen wir mal Blauäugigkeit, ihren kompletten „Kapitaleinsatz“ in den Sand gesetzt haben, die die Meinung vertreten, diese Hobby müsse / könne man nur um seiner selbst willen betreiben, wirtschaftliche Aspekte hätten darin nichts zu suchen. Solche Sammler, so kürzlich eine Meinung, sollten das Sammeln lieber gleich ganz bleiben lassen. Das macht erst mal sprachlos – und läßt nach Erklärungen suchen. OK, solche Phrasen kann man im Sammler-ABC vom Michel nachlesen – und dort würde man sich wundern, wenn irgendetwas zum Vorteil der Sammler formuliert würde.

Aber nein, nicht nur die Briefmarkenlobby stößt in dieses egoistische, den Sammler übervorteilende Horn, auch viele, ich wage zu behaupten, sehr viele Sammler tun das Gleiche: Gehen jubelnd zur Schlachtbank!

Briefmarken sind eine Handelsware, wie jeder andere Artikel des täglichen Bedarfs auch. Stellen einen individuellen Wert dar, unterliegen Nachfrage und Angebot. Wir Sammler sind die Philatelie – und alle anderen Protagonisten dieses Genres wollen mit uns nur Geschäfte machen. Das ist so in Ordnung, aber bitte, nach unseren Regeln!

Ich stelle einfach mal die Frage, was es mit Geschäftemacherei zu tun hat, wenn ich etwas nur sammle / kaufe, dessen Wert in etwa dem entspricht, was ich dafür bezahle? Wenn ich darauf achte, nicht übertölpelt zu werden von einer Gruppe, die nichts anderes im Sinn hat? Wenn ich ablehne, nach Regeln zu sammeln, die gegen mich gerichtet sind? Wenn ich selbst denke und nicht denken lasse?

Ich als Sammler mußte natürlich umdenken: die einzelne Marke in allerbester Qualität war plötzlich wichtig – und für mich persönlich das, was seiner Bestimmung zugeführt wurde, durch Nutzung im Grunde Abfallprodukt wurde: Die gestempelt Briefmarke.

Nicht Massen an Briefmarken waren nun gefragt, sondern ganz bestimmte, in ganz besonderer Erhaltung.

Nicht hirnrissige, mein Denken und Handeln einschränkende Vordruckalben und mich veralbernde und betrügerische Katalogpreise (Kataloge UND Briefmarkenbewertungen) oder in Massen verausgabte Neuheiten, deren Portowert mir irgendwann entzogen wird – was, das stellt man dann erst fest, der einzige Wert war! Und kein fremdproduziertes teures aber wertloses Machwerk.

Nochmals meine Empfehlung: Selbst denken!




In Freiburg fand ein „Briefmarken-Großtauschtag“ statt, bei dessen Ankündigung auch gleichzeitig auf den eine Woche später stattfindenden „Landesverbandstag“ in Freiburg hingewiesen wurde.
Der „ Briefmarken-Großtauschtag“ (scheinbar dominiert von Ansichtskarten) war wie immer ein Händlertag, logisch auch unter Teilnahme der Post, und ein paar wenigen Vereinsmitgliedern. Der Andrang war mehr als überschaubar, so daß mir ältere Herrschaften auffielen, die, mit Pinzette und Lupe ausgerüstet, sich an lose auf Tischen ausgeschütteten Bergen von Briefeausschnitten gütlich taten.
Den Landesverbandstag habe ich, nachdem keine Besucherkontrollen stattfanden, auch besucht. Er wurde zum Erlebnis, das alle nur erdenklichen Vorurteile gegen Vereine, vor allem aber den Bundesverband „BDPh“ bestätigte.
Der für Sammler äußerst empfehlenswerte „Württembergische Philatelistenverein“ hatte, leider nicht termingerecht, den Austritt des „Landesverbandes Südwest“ aus dem Bundesverband gefordert. Der Antrag wurde auf den nächsten Landesverbandstag verschoben. Trotzdem wurde das Thema diskutiert - Emil Steinberger hätte seine helle Freude daran gehabt.
In einem allen zugänglichen Tagungsprogramm wurde die Mitgliederentwicklung im BDPH aufgeführt: Seit 1996 hat dieser Verband weit mehr als 50 % seiner Mitglieder verloren. 2015 waren es nur noch ca. 6.500 (1996 ca. 14.500).
Den Bundesverband vertrat ein Vorstandsmitglied, dem man, trotz, oder wegen seines ständigen Grinsens, sein Unwohlsein ansah. Er hatte wohl die Aufgabe, das Tun und Handeln seines Verbandes zu begründen, seine finanzielle Situation zu beschreiben und, warum man dort Mitglied sein sollte – es sich also lohnen würde, die vorgeschlagene Beitragserhöhung zu akzeptieren.
Wenn man (fälschlicherweise) davon ausgeht, daß dieser Verband KEIN reiner Selbstzweck ist, sollte man annehmen, daß die Argumente nur so sprudeln würden. Weit gefehlt. Das einzige Argument war die Zeitschrift „Philatelie“ (alles andere dient der Selbstbeweihräucherung, nicht DEN Sammlern), keine andere würde man so preisgünstig bekommen! Und, nein, für die Vereine trägt man keinerlei Verantwortung, kann nichts für sie tun.
Nachdem man für 2017 nur noch mit ca. 5.800 Mitgliedern rechnen könne (jährlicher Abgang ca. 400 - nur noch bis ca. 2030 möglich), muß man nun leider den Umfang dieser Zeitschrift reduzieren und die Mitglieder um verstärkte Mitarbeit bitten (Wortmeldungen ergaben, daß Beiträge in der Vergangenheit nicht beachtet wurden, nicht mal eine Reaktion stattfand) und „logischerweise“ den Beitrag erhöhen.
Kontraproduktiv bis ins kleinste Detail.
Vor der zuletzt folgenden Diskussion um den Austritt des Landes- aus dem Bundesverband wurde darum gebeten, nicht „unter der Gürtellinie“ zu argumentieren bzw. zu diskutieren. Dr. Feifel, Leiter des WPhV Stuttgart, argumentierte sachlich, vor allem im Sinne seiner Mitglieder, daß es z.B. nicht sein könne, daß der Bundesverband den Vereinen die Mitglieder abwirbt (ist tatsächlich so!).
Ein Fazit war, daß niemand letztendlich einen Austritt aus dem Verband will, wenn der allerdings seine gegen die Briefmarkensammler gerichtete Politik nicht ändert, wird es anders nicht möglich sein. In einem Jahr ziert diese Frage wahrscheinlich wieder die Tagesordnung.
Zwei Vereinsvorsitzende, einer davon der, der den Verbandstag moderierte, gingen dann doch kräftig „unter die Gürtellinie“. So sehr, daß man sofort erkannte, daß sie dort, und hauptsächlich unter der Gürtellinie des Bundesverbandes, ihren Hauptwohnsitz haben. Das war weder Werbung für den Verband, noch für die Briefmarkensammler und schon gar nicht für den eigenen Verein.





Vier Wochen philatelistische Abstinenz und, man höre und staune, vier Wochen ohne Internet, haben den Eindruck hinterlassen, meine Aktivitäten seien beendet. Nein. Tatsache ist, ich bin umgezogen. Nachdem nun langsam wieder Ruhe einkehrt, werde ich mich an die Beantwortung der vielen Mails machen, insbesondere auch die, an "Fragen + Anworten".

Die wohl interessanteste Information der letzten vier Wochen ist die, daß die zwischenzeitlich zu einem undurchdringlichen, gegen die Sammler gerichteten Sumpf verkommene philatelistische Struktur Auflösungserscheinungen zeigt. Wenn die Gerüchte stimmen, will ein kompletter Landesverband seine "Zugehörigkeit" zum "Bundesverband" aufkündigen. Das macht Hoffnung und zeigt, daß die Zahl der Sammler zugenommen hat, auch die "organisierten", die ihr Denken endlich umsetzen, sich gegen die Manipulation ihres Hobbys, ihres Geldbeutels und ihres Denkvermögens wehren!

Ich wünsche, im Interesse unseres gemeinsamen Hobbys, Durchstehvermögen und Erfolg.




Vier Wochen Sie habe es sicher auch bemerkt, daß Weihnachten schon lange nicht mehr vor der Tür steht. Tut mir leid, aber im Moment fehlt mir einfach die Zeit - was sich aber bald wieder ändern wird.

Die kriminellen oder sich am Rand der Legalität bewegenden Machenschaften einiger Marktteilnehmer beschäftigt die Sammlerschaft schon sehr. Die Angst, mal ein gefälschtes und damit wertloses Stück zu kaufen ist teils groß, vergällt dem Einen oder Anderen schon mal die Sammellust. Warum eigentlich? Ändern oder verhindern kann man es nicht - und auf welchem Gebiet wird eigentlich nicht betrogen?

Wir müssen uns dagegen wappnen, Wissen anhäufen, mißtrauisch sein, unserem Bauchgefühl Aufmerksamkeit widmen. So z.B. wissen, daß es zwar Preisunterschiede gibt (der Wert einer Marke entsteht durch persönliche Wertschätzung) aber keine Sonderangebote.

Ich höre Ihren Aufschrei. Aber, nein, ein Sonderangebot ist ein Preisnachlaß auf den tatsächlichen Wert einer Ware – und den gibt es in der Philatelie nicht. Die Katalogbewertungen sind reine Mache, die an den Interessen des Handels ausgerichtet sind. Nehmen wir den Bund bis 2001 und schauen uns die maßlos überhöhten Katalogbewertungen an. Gibt ein Händler auf solche postfrischen Marken ab etwa Mitte der 50er Jahre, die im Prinzip wertlos sind, einen 80%igen Nachlaß, dann ist das kein Sonderangebot, sondern, gelinde gesagt, arglistige Täuschung.

Ich bin mir sicher, daß sich auch in meiner Sammlung trotz meines Wissens einige Fälschungen bzw. Manipulationen befinden. Das hake ich als „nicht änderbar“ ab und genieße mein Hobby trotzdem.

Aber ich wehre mich gegen die Machenschaften dieses Marktes. Nicht durch derbe Anwürfe, Beschimpfungen, kaum beweisbare Beschuldigungen – und immer in gepflegter Wortwahl. Das eine oder anders Mal habe ich bemerkt, daß man mich betrügen wollte. Da habe ich z.B. eindringlich die Rückabwicklung des „Geschäft“ gefordert und mich immer durchgesetzt.

Mein sonstiges Hauptargument jedoch ist, all das, was in der Philatelie nicht stimmt, einfach
zu meiden. Wenn all dieser Schrott nicht mehr gekauft wird, und da sind wir alle gefordert, wird der Mark sich wandeln, werden diese Möchtegern-Philatelisten den Markt sang- und klanglos verlassen.

Wer jedoch glaubt, dann würden wir im Paradies „sammeln“, der täuscht sich – denn auch dann sind da weiterhin Menschen zugange.






Weihnachten 2015 steht unmttelbar vor der Tür - und in den nächsten Tagen werden wir die 700.000er-Grenze knacken! 700.000 mal wurden unsere Seiten schon angeklickt und dazu möchte ich Sie alle beglückwünschen: Q1-Briefmakensammeln lebt.

Und nein, nicht unbelästigt von immer neuen Versuchen der Briefmarkenlobby, die Sammler über den Tisch zu ziehen. Neuester Versuch ist ein "Briefmarkenratgeber" mit dem Titel "Qualität von Briefmarken" der Autoren Delsing / Maassen. Lesen Sie unter "FUNDSACHEN", wie der kritische Sammler / Leser Joachim dieses "Werk" beurteilt: Vernichtend.

Mit diesem Buch kann man richtig sparen - indem man es nicht kauft und stattdessen in die einzig empfehlenswerte Briefmarkensammel-Qualität, in Q1, investiert. Alles andere ist Bauernfängerei!

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches, vor allem gesundes neuen Jahr - und leben Sie Ihr gesundes Denken!

Herzlichst

Günther Köpfer



"Im freien Fall"

Doch, man spürt, daß sich die Art, wie Briefmarken gesammelt werden, ändert! Immer mehr Sammler wissen, wie Briefmarken sammeln geht und lassen sich nicht mehr "über den Tisch ziehen", sind somit in der Lage, Spaß und Erfolg in Einklang zu bringen.

Und trotzdem werden täglich zigtausende von gutgläubigen, oft blauäugigen Sammlern buchstäblich betrogen. Ich frage mich, wie man die auf die Genußseite rüberziehen kann?

Im Prinzip ist es mir zuwider, ständig darauf aufmerksam zu machen, wie falsch wir Sammler oft mit dem liegen, was wir, zu Recht, als "unser Hobby", als das "schönste der Welt", bezeichnen.

Einen neuen, warnenden Tiefpunkt konnte ich jetzt wieder bei "Berlin" entdecken: Bei ebay wurde ein kompletter Viererblock-Satz der Berliner Frauen für ganze € 10,15 versteigert - und das bei einem Katalogpreis von € 280,00! Das sind 3,6 % vom Michel und 9,7 % dessen, was man einst bei der Post zahlte! Das ist Geldvernichtung pur - ohne, daß dabei überteuerte Kataloge und unsinnige Sammelalben wie die mit Vordrucken berücksichtigt wären.

Postfrisches Briefmarkensammeln ist also, abgesehen von den "klassischen" Marken und Spezialitäten der jeweiligen Gebiete, im freien Fall, schlicht wertlos! Abgesehen von noch gültigen Marken, die haben wenigstens NOCH den Frankaturwert. Ebenso, wie all dieser philatelistisch manipulierte Massenschrott wie Schmuck-FDC, ETB und Konsorten und die versandstellengestempelten und damit wertlosen gewordenen Varianten.

Und, nicht zuletzt: Briefmarken mit Fehlern, dazu zählen auch ungebrauchte, also mit Falzen zerstörte Marken und / oder solchen mit schlechten, unschönen, gar nicht lesbaren Stempeln sind nicht weniger Wert, sie sind wertlos, nicht sammelwürdig!




Ernüchternde Bestätigung: Innerhalb weniger Stunden, Sonntag, 02.08.2015, habe ich die folgenden sechs Angebote bei ebay verfolgen können:

1. 1.200 Blöcke von Bund und Berlin, gestempelt und postfrisch, erzielten € 67,55 - das sind 5,6 Cent je Block!
2. 9 Jahrbücher vom Bund von 1982 bis 1990 wurden für € 40,50 verkauft (Postpreis rund € 420,-- / Michel-Preis € 955,--)
3. 800 Ersttagsbriefe Bund und Berlin gingen für € 21,50. Preis je Brief 2,6 Cent!
4. Ein Blister (50 Stück) Berlin MH 12, Postpreis rund € 75,--, erzielten € 20,50! Michel-Preis € 800,--, erreichter Stückpreis 0,41 Cent!
5. 29 neuwertige Safe-Alben mit Bund / Berlin FDC- / ETB-Sammlung von 69 bis 01 für € 186,55! ….was alleine die Alben osteten
6. 10 kg Ersttagsblätter (ETB) Bund und Berlin für € 31,49! „Leider“ habe ich keinen einzigen ETB, kann also nicht ausrechnen wie viele ETB´s das sind und was der einzelne kostete!

Jetzt ist dieser Schrott wieder / weiter im Umlauf und wird „unbedarften“ Sammlern mit „höchsten Rabatten“ auf den Michel-Preis angeboten – und auch diese Sammler werden früher oder später erfahren, daß sie betrogen wurden.




Zwei sicher lesens- bzw. bemerkenswerte Dinge: Einmal ein neuer "Sammeltipp" und die Info, daß wir am Sonntag die 600.000er-Grenze überschritten haben




Ich habe die Einzel-Einsteckblatt-Lösung zwischenzeitlich weiter getestet - und bin mehr als begeistert.

Bestätigt hat sich die Einschätzung des Briefmakenfreundes, der diese Lösung empfahl, daß der angebotene "Billigbinder" (Ordner) Schrott sei. Ich habe einen Testbinder gekauft und nach wenigen Tagen festgestellt, daß die Ringe nicht mehr präzise schlossen, die Einzelblätter herausrutschten, das alles dünn und unangenehm flexibel ist, einfach nur Schrott.

Fündig wurde ich in den Kaufhäusern Karstadt und Galeria Kaufhof, die beide die Marke "S.O.H.O." führen. Diese Firma bietet u.a. einen gutaussehenden Vierring-Kunststoffordner in sehr strapazierfähiger Ausstattung und mehreren Farben an. Besonders die Metallringe machen einen masiven und damit sehr guten Eindruck. Platz haben darin 30 Einzelblätter - und der Preis liegt mit € 9.95 in einem meiner Meinung nach absolut guten Preis- / Leistungsverhältnis.

Dieser Tage gekam ich wieder ein paar schöne Brief, die ich, wie Sie ja wissen, in meine Berlin-Sammlung einarbeite - also in der Nähe der getempelten Marken befinden sich auch die Briefe in den unterschiedlichen Portostufen. Bisher schoben sich die Briefe immer enger zusammen, bis es nicht mehr enger ging - und dann begann das große zeitraubende Umstecken. Mit dem neuen System ist das ein Vergnügen: Neues Blatt einfügen, fertig.

Anderes Thema.

Nur scheinabar negatives tat sich bei ebay: Es sind im Privatbereich keine 100 kostenlose montliche Angebote mehr möglich, sondern nur noch 20 - und die Kosten gehen etwas nach oben! Das trifft meiner Meinung nach im Briefmarkenbereich am ehesten die ohnehin unverkäuflichen, weit über 90 % des Platzes einnehmenden Schrottangebote, die postfrische Abo-Ware, Versandstellen- und Ersttagssonderstempel und all das Machwerk der Briefmarkenlobby. Das wäre wirklich erfreulich.

Und, nicht zuletzt, schauen Sie hie und da mal in "Fragen + Antworten" und "Fundsachen"!

Mit freundlichen Sammlergrüßen aus Freiburg

Günther Köpfer
Der Patient "Briefmarkensammeln" liegt schwerkrank danieder. Einiges deutet auf sein Ende hin. Um ihn herum hat sich der gesamte Clan der "Briefmarkenlobby" versammelt. Man ist entsetzt, nur ganz leise grummelnde Unterhaltung. Wie konnte das in nur 40 Jahren so wahnsinnig schnell passieren? Ganz vereinzelte, sehr zaghafte Vorschläge, man solle vielleicht doch einen Arzt hinzuziehen, werden mit einem ebenso leisen, jedoch sehr bestimmtem "das wird doch viel zu teuer" abgeschmettert. Im Übrigen wissen wir doch selbst woran er erkrankt ist. Nochmalige vereinzelte Versuche: "ja, aber, wenn er stirbt, sind wir wirtschaftlich am Ende"! Pessimisten, Schwarzseher! Wenn er überlebt, ist es auch nicht anders - nein wir müssen hoffen, daß er wieder gesund und jung wird und das alles so hinkriegen, daß alles beim Alten bleibt, wir unsere, zugegeben, nicht ganz lauteren, jedoch einträglichen Geschäfte weiter betreiben können. Also laßt uns weiter überlegen - und abwarten - und ein paar von uns sollten immer an seinem Bett bleiben und klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und beten, klagen, hoffen und bet ......
Ja, es ist ja auch wirklich zu schön, wenn man "seine" Käuferschicht, die der jungen, der Spaß-Sammler, so weit hat, daß sie jeden Mist, sei er noch so teuer, sei er noch so unsinnig, unterstützt mit ein paar unsinnigen Werbeslogans, einfach kauft.
Dieser Markt ist wirklich durch und durch krank. Da werden täglich unzählige Male Unwissenheit, Vertrauen und Begeisterung junger und oft auch älterer Menschen einfach mißbraucht und enttäuscht. Motto bei alledem: kommt einer dahinter, dann gibt er eben auf. Na und? Neue kommen doch nach.
Mit dem "Briefmarken-Ratgeber" möchte ich die Basis schaffen, alle Bereiche zu durchleuchten, alles Negative anzuprangern, nach Möglichkeit alle Tricks zu erkennen und zu besprechen. Dazu können, nein, sollten Sie alle beitragen. Beobachten Sie kritisch und melden Sie was Ihnen auffällt.
Der kritische Sammler wird aber auch selbst Positives leben, erleben und entdecken. Und gerade das ist von größtem Interesse und alle sollten es erfahren.
Seien Sie egoistisch: Helfen Sie den Sammlern!
Denken Sie mal über ein zugegeben äußerst einfaches Beispiel nach: von etwas Sammelwürdigem gibt es 1.000 Stück - und 50 Sammler. Klar, sagt da jeder, das ist ein nichts wert, ein billiger Sammelgegenstand. Jetzt sammeln aber 500, der Ein oder Andere hat den Sammelgegenstand 2- oder 3fach, eventuell in unterschiedlichen Varianten, die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Die Preise steigen stark. Das macht andere aufmerksam, es kommen weitere Sammler hinzu, die Nachfrage kann nicht mehr gestillt werden, die Preise explodieren.
Nein, das ist nicht die zwangsläufige Entwicklung allen Strebens, aber auch Zwischenstufen machen Spaß. Konzentrieren wir uns also auf Entwicklungsfähiges.
Bei alledem braucht es aber auch und besonders "Wissen", eine weitere wichtige Aufgabe des "Briefmarken-Ratgeber", die, so glaube ich, ideal ergänzt wird durch unser Forum.
Ich kann mir auch vorstellen, daß die kostenlosen Kleinanzeigen, die ausschließlich auf unsere Hobby ausgerichtet sind und die Bereiche kaufen, tauschen und suchen umfassen, helfen werden, Qualität darzustellen und marktgerechte Preise zu gestalten.
In den meisten Bereichen braucht man das Rad jedoch nicht neu erfinden, da gibt es schon hervorragende Erkenntnisse, die wir alle nutzen sollten. Nur die Auswüchse sollten erkannt und ausgemerzt werden, damit unser Hobby wieder in seiner ganzen Breite Spaß macht.
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