Briefmarken-Ratgeber
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Der Nachwuchs
Die JugendarbeitLoesungsversuch
An Nachwuchs fehlt es nicht - nur der gibt auf, wenn er den Briefmarkenmarkt näher kennenlernt.
Es gibt unzählige lobenswerte Bemühungen, die die Jugend, den Nachwuchs im Visier haben, die mit Einzelaktionen bei den Jugendlichen Interesse wecken wollen.
Und noch viel mehr "Marktteilnehmer" gibt es, die sich einfach aufs Lamentieren spezialisiert haben und nur untaugliche Lösungen anbieten.
Gäbe es eine "heile Briefmarkenwelt", bräuchte man sich um den Nachwuchs keine Sorgen zu machen, nur die gibt es nicht: das krasse Gegenteil ist Realität.
Wie früher auch, entdecken teils Kinder, teils Jugendliche, irgendwann auch heute die Briefmarken - und sind hellauf begeistert.
Das ist an sich der erste und vor allem wesentliche Zeitpunkt, zu dem sie Hilfe bräuchten, vorbereitet werden sollten auf Sammelspaß, auf eine nachhaltige Sammeltätigkeit. Da gibt es jedoch überhaupt nichts. Niemand sagt dieser "Zukunft des Sammelns", was und wie sie sammeln sollten, sagt ihnen, wie sie mit diesem Markt umgehen sollten, worauf zu achten ist, was in Ordnung ist und was nicht.
Sie kaufen sich Kataloge und müssen sich, wenn sie diese Kataloge dann lesen, vorwerfen lassen, daß das alles ja nicht so gemeint ist, sich sogar vorwerfen lassen, sich mit den Katalogpreisen, die ihnen niemand erklärt, reich rechnen zu wollen. Das ist unwürdig und der Stil teils unverschämt!
Also ist das Gegenteil der Normalfall. Sie werden, sobald sie sich irgendwo "outen" von irgendeiner "Briefmarkenlobby-Stelle" vereinnahmt und sind damit diesem "unguten" Kommerz ausgesetzt: verkaufen, verkaufen, verkaufen ... Nichts reelles, nichts, was diesem Stadium des Sammelns angepaßt wäre, nichts, was die äußerst angespannte finanzielle Situation der Jugendlichen berücksichtigen würde, nichts, was die Interessen der Jugendlichen beachtet, schlicht nichts, was diesen jungen Sammler begeistern könnte. Und wenn sich dann die oft widersinnig großzügigen Eltern, Omas und Opas, Tanten und Onkel erkundigen, was ein so junger Sammler denn so braucht, was man ihm schenken könnte, dann geht es in die Vollen. Mit Abonnements für Motivsammlungen und Vordruckalben befriedigen sie ihren verkäuferischen Ehrgeiz und berauben sich ihrer eigenen Zukunft. Wenn die Folgen nicht so tragisch wären, könnte man darüber lachen.
In dieser Zeit wird den Jugendlichen jede Chance genommen, sich normal und kontinuierlich zu entwickeln, jede Chance, das zarte Pflänzchen "Briefmarkenbegeisterung" wachsen zu lassen.
Daß diese "Sammler" sehr bald überfordert sind, unangenehme Erfahrungen die schönen Momente überwiegen, das schöne Album und der tolle Katalog günstigstenfalls für viele Jahre, oft aber für immer in die Ecke fliegt, ist doch klar.
Wir alle haben doch auch schon diese Erwachsenen kennengelernt, die gelegentlich sagen: ja, ich habe als Kind auch mal gesammelt, habe irgendwo noch ein Album - was ist denn das heute so wert?
Diese erste Gruppe hat ja nun noch Glück gehabt, sie hat rechtzeitig erahnt, wahrscheinlich ohne zu wissen, warum eigentlich, daß das alles nichts taugt.
Schlimmer ist die zweite Gruppe dran, die arglos auf all das eingegangen ist, was ihr die Briefmarkenlobby so egoistisch angeraten und verkauft hat: überteuerte Massenware, nicht prüfbar gestempelte Marken, Abonnements, Vordruckalben, Schnäppchenpreise, Sonderangebote und viel Machwerk. Beratung? Nur in die eigene Kasse.
Wie muß eigentlich jemand denken, der erwartet, daß die Sammler das nicht eines Tages merken? Zugegeben, auch bei vorsichtiger Beurteilung ist das Ergebnis nicht schmeichelhaft. Und wie ist ein Dienstleister, ja, ein Händler ist (oder sollte zumindest) Dienstleister sein, zu beurteilen, der seine Kundschaft so bedient, daß sie zwangsläufig irgendwann wegbleibt? Wirtschaftlicher Selbstmord auf Raten, oder?
Ok, das ist dann ein "Marktteilnehmer" weniger, es sind ja genug da, aber schlimm ist, daß alle diese enttäuschten Sammler ihre negativen Erfahrungen weitergeben und letztendlich auch den Kindern, den Jugendlichen von diesem an sich doch so schönen Hobby "Briefmarkensammeln" abraten.
Und die Briefmarkenlobby wäscht ihre Hände in Unschuld, klagt, der Nachwuchs fehle, immer mehr Händler gäben auf, das Hobby sei am aussterben.
Mut- und gesichtslos! Oder?
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