Briefmarken-Ratgeber
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Dachverband (DV) der Philatelie
Der deutschen Philatelie fehlt ein Spitzenverband. Ein Verband, ein Verbund von Briefmarkensammlern, der das Wohl und die Zukunft unseres Hobbys im Fokus hat - und umsetzt.
Wikipedia meint:
"Ein Dachverband ist eine Organisation, die aus mehreren thematisch-fachlich oder regional zusammengehörigen Unterorganisationen besteht. Nach innen besteht ihre Aufgabe normalerweise in der Interessenintegration und -artikulation, sowie in Aufgaben der fachlichen oder regionalen Integration. Die spezifischen Interessen der Unterorganisationen sind möglichst gut zu harmonisieren, um ein geschlossenes Bild und damit verstärkte Wirkung in der Öffentlichkeit zu erzielen. Die zweite wichtige Aufgabe ist die Dienstleistungsfunktion gegenüber den Mitgliedern."
Es gibt in Deutschland keinen Verband, der diese Anforderungen auch nur annähernd erfüllt.
Einen Namen zu haben, der gewisse Hoffnungen weckt, ein e.V. (eingetragener Verein), der steuerlich begünstigt ist, der Spenden empfangen (für Spender steuerlich absetzbar), Mitgliedsbeiträge verlangen und einziehen kann, ist noch lange kein Dachverband.
Aber, schauen wir mal weiter.
Umschrieben mit "Interessenintegration und -artikulation" ist wohl gemeint, daß ein DV die Interessen seiner Mitglieder formuliert, in einem Ganzen vereint und nach außen darstellt. Dies alles in fachlicher Hinsicht wie auch in Bezug auf regionale Unterschiedlichkeiten.
Weiterhin ALLE Interessen "möglichst gut" zu harmonisieren, um damit in der Öffentlichkeit mit einem "geschlossenen Bild" eine verstärkende Wirkung zu erzielen (wobei es in Deutschland derzeit nichts zu verstärken gibt, da schon die Basis fehlt).
Der Beitragszahler sollte als grundsätzliche Dienstleistung erwarten dürfen, daß seine Interessen ohne Wenn und Aber vertreten werden. Und mehr als selbstverständlich erscheint es, daß Dinge, die nicht so sind, wie sie sein müßten, mit Nachdruck geändert werden.
Als "außenstehender" kleiner Briefmarkensammler und kritischem Beobachter, auch des Großen und Ganzen, sehe und beobachte ich viele Dachverbände der verschiedensten Couleur, die diese Ansprüche überwiegend, teilweise sehr gut erfüllen. Selbstverständlich, sie werden ja von ihren Mitgliedern dafür bezahlt.
Die große Ausnahme ist, schon tausendfach ohne Erfolg kritisiert, der Philatelie-Markt. An ihm geht dieses Anforderungsprofil komplett vorbei, wird einfach ignoriert.
In unserem desolaten Briefmarkenmarkt wird der Sammler nicht nur NICHT beachtet, es wird sogar systematisch gegen ihn gearbeitet. Wie sonst ist es zu deuten, daß die angeblichen Vertreter der (zumindest beitragszahlenden) Sammler mit der Händler- (deren Sprachrohren, den Briefmarkenzeitschriften) und der Zulieferer-Lobby (inkl. Katalogherstellern) intensivst zusammenarbeiten und so eine gemeinsame Briefmarken-Lobby bilden. Gegen wen?
Es lohnt sich offensichtlich, denn sonst wäre es kaum möglich, daß im Michel Deutschland Spezial die Jahresgaben (freundliches, aber privates Machwerk) katalogisiert und sogar mit Preisen von z.B. € 16,00 für die des Jahres 2000 (Auflage 75 000 Stück!) bewertet werden. Dieser Katalogpreis liegt um mehr als das 13-fache über dem Katalogwert des wertlosen "offiziellen" Ersttagsblattes der Deutschen Post. Bestückt ist dieses "Machwerk" (Terminologie der Briefmarkenlobby) mit einer Massenmarke, Auflage sage und schreibe 63 Mio. (63 100 000) Stück und entwertet (im Sinne des Wortes) mit einem ebenfalls millionenfach abgeschlagenen Stempel!
Da erscheint es nur logisch, daß Journalisten für die Verbandszeitschrift "Philatelie" und gleichzeitig für Briefmarkenzeitschriften, die lt. Herrn Hövelmann (Journalist bei Philatelie und beim "Gegenpart" Briefmarken-Revue - oder umgekehrt?) "überwiegend" Händlerzeitschriften sind? Ich frage mich, sind die Interessen von Journalisten wirklich so beliebig? Ohne Visionen? Nein nicht alle, mir fallen viele andere ein.
Und welch gewaltigen Raum in den Publikationen aller Briefmarkenlobby-Teilnehmer nehmen die Neuausgaben der Deutschen Post und der benachbarten Länder ein! Da ist "logischerweise" dann kein Platz mehr für die Interessen der Sammler.
Ich hatte mal mit der DBZ (Deutsche Briefmarken-Zeitung) einen e-Mail-Wechsel, in dem ich darum bat, den "normalen" Sammler mehr zu beachten (stark verkürzt!). Die Antwort war, das würde man nicht unterbringen können, da nur ein eingeschränkter Platz zur Verfügung stünde.
Wen es interessiert, der kann schnell mal auf die Seite "Phila-Presse" wechseln und wird feststellen, daß ca. 20% des Inhalts Neuausgaben gewidmet sind. Warum wohl?
Warum nur denke ich gerade jetzt an Egoismus, auch an die Rechtsform "e.V."? Aber das ist ja Blödsinn, das kann nicht sein, das wäre ja gegenüber den zahlenden Mitgliedern schon kriminell.
Zurück zu den Sammlervertretern.
Wenn das nicht sein kann, warum wird dann "fremd gegangen" so intensiv "gekuschelt"?
Um für die Mitglieder etwas zu erreichen? Nein, das kann auch nicht sein, davon hätte man ja in den vergangenen Jahrzehnten irgendwas merken müssen.
Warum also?
Warum überläßt man diesen Sammlermarkt ohne jeden sichtbaren Widerstand oder gar Hilfe den negativen Wirkungen dieser Briefmarkenlobby und die Briefmarkensammler im Grunde genommen sich selbst.
Warum wird nicht mit der "Sammlermacht" im Rücken vehement gegen diese diversen Machenschaften vorgegangen? Weiß man nicht, daß der Briefmarkensammler Basis und Mittelpunkt dieses Marktes ist?
Zum Beispiel gegen unlautere, seit Jahrzehnten dringend zu ändernde Katalogpreise, die von der Lobby als regelmäßig überprüft dargestellt, von den angeblichen Sammlervertretern halbherzig als "nicht ganz marktgerecht" bezeichnet, jedoch immer wieder unverändert bleiben. Und wenn sich etwas ändert, dann kann man Gründe finden, die dieser Lobby, besonders dem Briefmarkenhandel in die Hände spielen?
Warum interessiert nicht, daß dabei die Sammler maßlos übervorteilt werden?
Warum haut man (symbolisch) dem Handel nicht auf die Finger, wenn man sieht, wie er den Mitgliedern des BDPh (allerdings nicht nur denen) wertlosen Abfall maßlos (vor allem katalogmäßig) überteuert andreht?
Händlerpreise sind in einem Bereich angesiedelt, der eine positive Entwicklung einer Sammlung unmöglich macht! Deren Preise liegen nicht um 10 0der 20 % über denen der gleichen Angebote im Internet, sondern um locker auch mal 500 oder 1.000 % darüber.
Begründung in den Händlergazetten, aber auch der angeblichen Sammlervertreter: die Händler müssen schließlich Miete bezahlen, eventuell Personal, Energiekosten, Steuern ... und sie selbst müssen ja auch leben. Toll! Ich entschließe mich dazu, Briefmarkenhändler zu werden und erhebe gleichzeitig den Anspruch, vom Briefmarkensammler finanziert zu werden. Geht's geschäftlich schlecht, muß ich halt höhere Preise verlangen.
Sind in der Philatelie die marktwirtschaftlichen Gesetze außer Kraft gesetzt?
Das Bedauern der Lobby, es gäbe immer weniger stationäre Händler, halte ich deshalb für völlig irreal, weltfremd. Kann ich als Selbständiger meinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, habe ich versagt. Ende.
Lustig ist auch hier wieder, daß die Lobby dem Sammler die Schuld gibt, er müsse halt wieder mehr kaufen. Keine Analyse, keine Selbsterkenntnis und schon gar kein "mea culpa".
Nun aber wieder zurück zu einem notwendigen Spitzenverband, der endlich Briefmarkensammeln definiert, Ansprüche formuliert und partnerschaftlich aber bestimmt durchsetzt.
Vieles von dem, was da alles im Argen liegt, habe ich auf den diversen Seiten dieses "Briefmarken-Ratbeger.de" beschrieben, muß ich hier nicht wiederholen.
Man möchte laut rausbrüllen, hallo, aufwachen, ihr habt eine Fürsorgepflicht für eure Mitglieder und, wenn ihr klug seid, was jedoch erst noch zu beweisen wäre, für ALLE Sammler. Die sind nämlich die Zukunft unseres Hobbys und damit, allerdings nur wenn es sich lohnt, eure künftigen Mitglieder.
Heute jedoch muß sich das beitragszahlende Mitglied die Frage stellen, warum es überhaupt Mitglied ist in einem Verein, der sich nicht um ihn kümmert.
Wenn man Egoismus ausschließt, statt dessen Moral und Ethik auf seine Fahne schreibt, dann sollte das Mitglied, also der Beitragszahler, der Briefmarkensammler, dessen Vertreter man ist, und dessen Interessen immer an erster Stelle stehen.
Ich will jetzt nicht unterstellen, daß egoistische und / oder materielle Gründe ein satzungsgemäßes Verhalten verhindern könnten. Die alternative Erklärung wäre dann allerdings wenig schmeichelhaft.
Fest steht, daß die organisierten, wie auch die nicht organisierten Briefmarkensammler eine gemeinsame Lobby brauchen, die den Briefmarkensammler an erster Stelle sieht, die das solide Fortbestehen der Philatelie und höchstes Ansehen in der Öffentlichkeit auf ihrer Fahne stehen hat.
ALLE Sammler, vor allem Anfänger, müssen konkretes, genau definiertes Wissen über ihr Hobby leicht erreichen und nachlesen können, die Chance bekommen, Irrwege zu meiden. Eine unbefristete Qualitätsoffensive, die Formulierung von Mindestansprüchen an die "Briefmarke" sowie das Zubehör müssen sich anschließen. Kurz: alles Tun muß auf die Zukunft unseres Hobby fixiert sein.
Der Verein darf nicht mehr allein durch die Initiativen von sich schier verbiegenden "Einzelkämpfern" bestehen, er muß wieder aus sich selbst heraus leben, Freude auf den nächsten "Tauschtag" vermitteln.
Vertrauensvolles Tauschen muß wieder auf der Basis kalkulierbarer, vor allem ehrlicher Katalogwerte möglich werden.
Sammlungen sollten wieder einen individuellen Charakter bekommen, möglichst weit weg von den heutigen uniformen, langweiligen, massenhaften und wertlosen Abo-Ansammlungen von Portoware.
Ich weiß nicht, ob sich die heute Verantwortlichen angesprochen fühlen. Wenn ich so zurückdenke, mich erinnere, daß Kritik immer ohne Reaktion blieb, also totschweigen oder aussitzen letztendlich die alten, bescheidenen Zustände weiter bestehen ließ, glaube ich nicht daran.
Nicht begreiflich, irgendwie aber auch verständlich, denn die gewünschte, auf den Sammler fixierte Arbeit eines solchen Verbandes würde den Verband und den Philatelie-Markt völlig durcheinander wirbeln. Da bliebe nichts, aber auch gar nichts beim Alten, und kaum ein Alter.
Nicht, daß ich etwas gegen die Alten habe, ich gehöre selbst dazu, glaube aber, daß man bei der Besetzung "führender" Positionen beachten sollte, ob jemand nur klug oder nur intelligent ist oder idealerweise beides in sich vereint.
Veränderungen nicht möglich? Meistens hilft da Konkurrenz? Und fähige Sammler, die so einen Spitzenverband aufbauen könnten, gibt es sicher mehr als genug. Die heutige Unzufriedenheit der Sammler mit den bestehenden Verhältnissen würde einer solchen neuen Spitzen-Institution förmlich in die Hände spielen.
Ansonsten hilft nur abzuwarten, zu hoffen und mit eigenem Denken und dem Bewußtsein, der Kern der Philatelie zu sein, zu neuem, vor langer Zeit ganz normalem Spaß an unserem schönen Hobby zu finden.
Ein Traum?
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